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Dienstag, 4. März 2014

Apple vs. Android: Android-Geräte überholen iPads am Tablet-Markt

Noch vor einigen Jahren hätte vermutlich niemand damit gerechnet, dass die Dominanz von iOS in Form des Apple iPad auf dem Tablet-Markt ein Ende finden würde. Die Marktforscher von Gartner prognostizierten noch 2011, dass Apples Plattform mindestens bis 2015 Marktführer im Tablet-Segment sein würde; iOS verlor jedoch einer aktuellen Statistik zufolge bereits im vergangenen Jahr die Führung an Android und musste sich mit 36 zu 62 Prozent deutlich gegenüber den Android-Tablets von Samsung, ASUS und Co. geschlagen geben. Insbesondere Samsung erlebt aktuell einen deutlichen Aufwärtstrend.
Bevor die ersten Unglücksraben nun gleich den Untergang Apples prophezeien und Android-Fans die Korken knallen lassen, sollte ein näherer Blick auf die Zahlen das Rätsel um den Trend-Umschwung lösen. Tatsächlich konnte das iPad im Vergleich zu 2012 mit einem Anstieg von 61,4 auf 70,4 Millionen verkauften Einheiten zwar einen Zuwachs in absoluten Zahlen verzeichnen. Angesichts der Tatsache jedoch, dass der globale Tablet-Markt 2013 ein immenses Wachstum von 116,3 auf 195,4 Millionen verkauften Einheiten verzeichnen konnte und vor allen Dingen günstige Low-End-Tablets für den Anstieg verantwortlich waren, konnte das iPad die lange als unüberwindbar geltende absolute Dominanz nicht länger aufrecht erhalten. Die Analysten von Gartner sprechen weiterhin von einer starken Präsenz des iPads im High-End-Sektor, der gerade in westlichen Märkten eine Rolle spielt, verzeichnen hier aber nur ein Wachstum von 35 Prozent. Dahingegen ist auf den Wachstumsmärkten in Asien ein weitaus stärkeres Wachstum um 145 Prozent zu verzeichnen.
Gartner-Android-Tablet-iOS-Windows-Statistik-2014
Kurz gesagt: Apple verkauft nicht weniger Tablets, allerdings werden insgesamt überproportional mehr Tablets verkauft — zu einem höheren Anteil eben keine iPads, sondern günstige Einsteiger-Androiden. Als Unternehmen hat Apple vorerst nichts zu befürchten, da man im Vergleich zu den anderen Herstellern für sich genommen immer noch an der Spitze liegt. Während Apple schließlich der einzige Hersteller von iOS-Tablets ist, teilt sich der Android-Markt nochmals in zahlreiche unterschiedliche Hersteller auf. Klarer Gewinner der aktuellen Entwicklung ist allerdings — wie könnte es anders sein — Samsung mit einer sagenhaften Steigerung der Verkaufszahlen um 336 Prozent, was bei den Marktanteilen einen Anstieg von 7,4 auf 19,1 Prozent bedeutet.
Apple-Tablet-Hersteller-Anteile-Marktanteile-2014
Sollte es für Samsung weiterhin so steil bergauf gehen, könnte es vielleicht sogar in diesem Jahr dazu kommen, dass der koreanische Konzern im Rennen um die Marktführung im Tablet-Sektor den Erzrivalen Apple hinter sich lässt. Apple hat aktuell das Problem, dass man kaum noch Möglichkeiten hat, noch mehr Tablets unter die Menge zu bringen — zumindest, sofern man nicht bereit ist, die Preise deutlich zu reduzieren, um auch die Entwicklungsmärkte für sich gewinnen zu können.

Montag, 16. September 2013

SPECIAL: Android vs. iOS: Warum Games zuerst für iPhone und iPad erscheinen

Auch wenn Android mittlerweile mit deutlichem Abstand das meistverbreitete Mobile-OS ist, hat Apples iOS mit iPhone und iPadals Spieleplattform nach wie vor die Nase vorn. Das zeigt sich daran, dass viele Titel immer noch entweder exklusiv oder mit deutlichem zeitlichen Vorsprung für die Apple-Geräte erscheinen — jüngst etwa Plants vs. Zombies 2. Ein anonymer Indie-Entwickler äußert sich nun zur Frage, warum Google Probleme hat, mit dem Play Store aufzuschließen.
„Die Wahrheit ist: Für Indie-Entwickler ist Android immer noch besch… eiden“. Mit diesen leider recht deutlichen und hier sinngemäß übersetzten Worten beschreibt ein Indie-Entwickler, der nicht namentlich genannt werden will, in einem Artikel auf der Spielewebsite penny-arcade.com die Gründe für das Hinterherhinken von Android im Spielebereich und die Probleme mit Googles Ökosystem – aus seiner Sicht.

Fragmentierung

Eines der wichtigsten Themen sei nach wie vor das Problem der Android-Fragmentierung. Das allerdings weniger im klassisch verstandenen Sinne; die Anpassungen an die Myriaden von Android-Geräten ist kein so großes Problem mehr, seitdem Entwicklungsumgebungen wie Unity und Corona den Löwenanteil dieser Problematik abfangen.
Stattdessen ist die Lage diffiziler: So habe die massenhafte Verfügbarkeit von Android-Endgeräten (sprich: die preiswerten Smartphones) dafür gesorgt, dass es im Android-Lager deutlich mehr Nutzer gibt, denen nicht bewusst ist, wenn sie an einem Support-relevanten Problem selbst schuld sind. Zudem gäbe es häufig – im Gegensatz zu Apple mit seinen Genius Bars – keinen erreichbaren zentralen Support, der klären kann, ob das Problem beim Nutzer, der Hard- oder der Software liegt.
Das Problem mag zunächst ein wenig vorgeschoben klingen, wirkt sich in der Realität aber dramatisch aus: So erhalten Indie-Entwickler, die Games für beide Plattformen herausbringen, zehn- bis 50-mal so viele Supportanfragen pro Download für die Android-Version eines Spieles als für die iOS-Version. Man habe lediglich die Wahl, neue Leute für den Support einzustellen (für Indie-Entwickler finanziell nicht tragbar) oder keinen Support mehr zu liefern (sorgt für schlechte Bewertungen im Play Store).
Dazu kommt Googles Unfähigkeit, lange bekannte Probleme mit dem Play Store zu beheben — beispielhaft genannt wird etwa der Fehler, dass eine legal gekaufte App als nicht lizenziert bezeichnet und beendet wird. Auch wir in der androidnext-Redaktion sind kürzlich in einem Spiel mit In-App-Käufen wieder auf das Problem gestoßen, dass das gekaufte Item nach einer Neuinstallation nicht verfügbar war. So etwas sorgt für Frustration beim Nutzer, die er in den meisten Fällen den Spielentwicklern anlastet. Generell, so der Entwickler zwischen den Zeilen, sei der Ton bei Android-Nutzern deutlich schärfer als bei den Nutzern von Apple-Geräten.
infinity-blade
Infinity Blade: Wird wohl auch im dritten Teil iOS-exklusiv bleiben

Googles unangebrachte Eitelkeit

Der andere große Problemkomplex ist Google selbst. Denn im Play Store werden nicht nur relativ wenige Apps gefeaturet, auch werden Apps mit Vorzug behandelt, die exklusiv für Android herauskommen. Portierungen von iOS-Umsetzungen haben so deutlich weniger Chancen auf eine exponierte Position in den Spiele-Empfehlungen — selbst wenn diese sich auf dem iPhone und iPad als Hits bewiesen haben. Im Gegensatz zu Apple gibt es bei Google auch keine oder nur schwer erreichbare Ansprechpartner — sodass sich Entwickler weniger aufgehoben fühlen. Dazu kommt, dass die Android-Community verstreuter sei und es deutlich weniger Gaming-spezifische Seiten gibt, die den Hits der Indie-Entwickler eine Plattform bieten könnten.
All diese Effekte sorgen dafür, dass sich die meisten Spieleentwickler im Zweifel zuerst auf iOS als Entwicklungsplattform konzentrieren, was wiederum dem Gusto von Google widerspricht, Android-exklusive Games zu featuren – ein Teufelskreis.
Auch wenn diese Erfahrungen partikular sind, also denen eines Entwicklers entsprechen, kommen wir nicht umhin festzustellen, dass sie nach berechtigter Kritik klingen. Wie seht ihr das?

Dienstag, 6. August 2013

iPad vs Android: Apple verliert Marktführerschaft bei Tablets

Noch vor einem Jahr schien Pionier Apple der einzige Anbieter zu sein, der weltweit nennenswerte Mengen an Tablets unter die Leute bringen konnte, während der Absatz selbst so potenter Mitspieler wie Samsung in diesem Segment hinter allen Erwartungen zurückblieb. Aber wie sang schon Bob Dylan so zutreffend: „The Times They Are a-Changin’“. Laut Marktforscher IDC wiederholt sich bei den Flachmännern die Entwicklung auf dem Smartphone-Markt, sodass Android iOS inzwischen auch auf Tablets weit hinter sich gelassen hat.
Apple mag nicht der Erfinder des Tablets ein, hat diese Produktgruppe mit seinen gelungenen iPads aber zweifelsfrei so richtig populär gemacht. Zwar ist das Android-Lager schnell auf den fahrenden Zug aufgesprungen, konnte mit den ersten beiden Generationen von Android-Tablets aber nicht wirklich beim Publikum punkten. Das mag neben seinerzeit nicht konkurrenzfähiger Hardware (Stichwort: Tegra 2) auch daran gelegen haben, dass die erste für Tablets optimierte Android-Variante 3.x Honeycomb nicht gerade ein großer Wurf gewesen ist. Diese Konstellationen gehören inzwischen allerdings der Vergangenheit an, denn laut IDC ist Android jetzt auch auf Tablets das mit Abstand verbreitetste Betriebssystem.
IDC hat in seiner jüngsten Erhebung die zweiten Quartale der Jahre 2012 und 2013 gegenübergestellt: In Quartal zwei dieses Jahres hat Apple demnach 14,6 Millionen iPads absetzen können, denen 17 Millionen im Vorjahreszeitraum gegenüberstehen, was einer Einbuße von 14 % entspricht. Android-Tablets hingegen haben im selben Zeitraum um nicht weniger als 163 % zugelegt; nach 10,7 Millionen Einheiten im zweiten Quartal des letzten Jahres konnten im diesjährigen Vergleichszeitraum 28,2 Millionen Stück an den Mann oder die Frau gebracht werden.
Die Marktanteile haben sich binnen eines Jahres somit fast ins Gegenteil verkehrt: Stand es 2012 noch 60,3 % : 38 % für Apple, musste Cupertino sich im vergangenen Quartal mit 32,5 % begnügen, während Android mit nunmehr 62,6 % triumphiert. Auch interessant: Tablets auf Windows-Basis sind im zweiten Quartal dieses Jahres auf einen Marktanteil von 4,5 % gekommen, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1 %) eine enorme Steigerung ist — vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Tablets mit Windows 8 ja erst seit Oktober vergangenen Jahres verfügbar sind. Einziger Wermutstropfen für die Redmonder: Tablets mit (dem halbtoten) Windows RT kommen nur auf 0,5 %.