Google hatte vor Wochen zwei neue Funktionen für seinen smarten Assistenten Google Now, genauer gesagt die unmittelbar damit verknüpfte Sprachsuche, angekündigt. Zum einen handelte es sich um die Möglichkeit, das Hotword „OK Google“ auf jedem Bildschirmzu verwenden. Zum anderen wird stufenweise ein Feature freigegeben, mit dem die Google-Suche mehrere Sprachen gleichzeitig erkennen kann.
Mithilfe des Hotwords „OK Google“ lässt sich bekanntlich per Sprache eine Google-Suche starten – aus der Google Now-Übersicht heraus und vom Homescreen aus. Vor wenigen Wochen wurde diese Funktion erweitert. Sofern die Systemsprache auf Englisch gestellt ist, kann man die Sprachsuche auf jedem Screen und in jeder App verwenden, selbst auf dem Lockscreen ist das auf Wunsch möglich. Dank eines im Juni angekündigten Features, mit der die Sprachsuche in mehreren Sprachen gleichzeitig nutzbar ist, lässt sich dieses Feature nun auch auf Deutsch nutzen.
Eigentlich wollte Google das neue Feature bereits unmittelbar nach seiner I/O-Entwicklerkonferenz freischalten, einige Wochen später wird die neue Funktion nun endlich serverseitig in Schüben freigegeben, wie Android Police berichtet – selbst der ein oder andere deutsche Nutzer hat bereits Zugriff auf die erweiterte Sprachauswahl. Dass man Zugriff auf die neue Funktion besitzt, erkennt man daran, dass in den Spracheinstellungen der Google Suche-App nun hinter den einzelnen Sprachen kleine Boxen zu finden sind, von denen man bis zu fünf auswählen kann. Nach Aktivierung lässt sich eine Sprachsuche nicht mehr nur in der Systemsprache durchführen, sondern optional auch in weiteren verfügbaren Sprachen, die vorab ausgewählt wurden. Eine der Sprachen fungiert als Primärsprache, die durch einen Langdruck auf die entsprechende Box bestimmt werden kann.
Wie man an diesem Screenshot erkennen kann, ist dank dieser Funktion auch die bereits erwähnte Funktion „OK Google Everywhere“ auf Deutsch verwendbar. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Hauptsprache auf Englisch eingestellt ist, während Deutsch eine der Sekundärsprachen sein muss.
Die „OK Google Everywhere“-Funktion kann endlich auch auf Deutsch verwendet werden (Screenshot: Norbert Rittel)
Bei uns ist die Funktion in der Google-Suche-App leider noch nicht freigeschaltet worden.
In meinem ersten Tipp, möchte ich die Sprachsuch-Funktion von Google auf mobilen Endgeräten vorstellen. Sie funktioniert in Deutschland erstaunlich gut und hilft dabei wesentlich schneller an das gewünschte Ziel zu gelangen, als wenn man erst umständlich etwas auf dem Smartphone oder Tablet eintippen muss.
Um die Sprachsuche von Google nutzen zu können, benötigt man die Google Such App.
Auf den meisten Android Smartphones sollte diese bereits vorinstalliert sein. Ansonsten kann man sie hier von Google Playherunterladen. Apple bzw iOS Nutzer finden die Such-App hier.
Regnet es morgen in Hamburg?
Routenberechnung per Spracheingabe
Wie viel Kalorien hat eine Avocado?
Zeige mir Gemälde von Leonardo da Vince (inkl. Sortiermöglichkeit)
Wie steht die Aktie von Google?
Das Besondere bei der Sprachsuche ist nicht nur, dass man die Fragen einsprechen kann, sondern das man auch gesprochene Antworten erhält. Das funktioniert mit einfachen Fragen wie:
wie ist das Wetter in Hamburg?
wie hoch ist der Kölner Dom?
wie lang ist der Amazonas?
wie alt ist Angela Merkel?
19% von 50
13×7+2:5
wer war Leonardo da Vinci?
wer schrieb “Herr der Ringe”?
100 Dollar in Euro
wie starb Elvis Presley?
Eine hervorragende Möglichkeit, um schnell ein paar Fakten zu überprüfen. Aber die Sprachsuche kann noch mehr. Eindrucksvoller sind Suchen wie:
regnet es morgen?
wann ist Ostern 2014?
80 Grad Celsius in Fahrenheit umrechnen
Zeige mir Bilder der Golden Gate Bridge bei Sonnenuntergang
Bilder von Schauspielern mit Schnurrbart
wie steht heute die BMW Aktie?
Gerade wenn man als Journalist draußen (z.B. bei einer Recherche) unterwegs ist, passiert es oft, dass man eine Ortsbasierte Information benötigt. Hier sind ein paar Beispiele von Sprachbefehlen, die in dieser Situation nützlich sind:
“zeige mir eine Karte von Berlin Alexanderplatz”Google zeigt zum einen natürlich die Karte mit dem Alexanderplatz an – mit einem weiteren Klick öffnet sich dann Google Maps, wo man dann beispielsweise den Routenplaner nutzen kann oder sich andere interessante Informationen anzeigen lassen kann (Supermärkte, Hotels, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe)
“Route zum Kölner Dom” oder “Route nach Hamburg Gänsemarkt” Auch hier öffnet sich wieder eine Karte und man erhält die Information, dass die Route abgerufen wird. Dann öffnet sich Google Maps mit der farblich markierten Route. Mit einem Klick startet dann die kostenlose Navigation mit gesprochenen Anweisungen wie man zum Ziel gelangt.
Mir gefällt übrigens die Möglichkeit, dass ich auch sagen kann “fahre nach Hause” und Google automatisch meinen aktuellen Standort erkennt und mich anschließend sicher nach Hause navigiert
“wie weit ist es von hier nach Berlin?”Google versteht das mit “hier” der aktuelle Standort gemeint ist und gibt mir die Information wie weit es in Kilometern ist, wieviele Stunden/Minuten ich benötige, um dorthin zu gelanden und mit einen Klick auf den kleinen grauen Pfeil (bei Android), gibt es auch gleich einen Routenplaner
Manchmal möchte man sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von der Umgebung machen. In solchen Situationen hilft der Sprachbefehl: “Satellitenbild Amsterdam”
Oft passiert es, dass man in einer fremden Stadt oder Umgebung ist und man ganz schnell eine Information über Orte in der Nähe braucht. Hier sind ein paar praktische Suchen für diese Situation:
zeige mir Supermärkte in der Nähe
wo ist der nächste McDonalds? Bücherei? Kino? Tankstelle? etc.
Google gibt einem die gewünschte Information von Orten die in der Regel weniger als einen Kilometer entfernt sind inklusive nützlicher weiterer Informationen wie der Adresse, einer Anrufmöglichkeit, einem Routenplaner oder den Verweis auf die Webseite.
Man kann aber auch spezifisch nach einer bestimmten Information fragen. Beispielsweise nach Öffnungszeiten:
wie lange ist das Pergamonmuseum in Berlin geöffnet?
wie sind die Öffnungszeiten von Obi Baumärkten in Hamburg?
Praktisch und noch recht neu ist die Möglichkeit gelieferte Suchergebnisse weiter zu sortieren, um sie so zu verfeinern. Hier ein paar Beispiele:
“Kinoprogramm München” In dem scrollbaren grauen Bereich zeigt Google alle aktuellen Kinofilme an. Wen man einen bestimmten Filmtitel anklickt, werden alle Kinos angezeigt, die den Film zeigen und natürlich auch die Anfangszeiten.
“Gemälde von Leonardo da Vinci”Wenn man eines der angezeigte Gemälde auswählt (Bsp: Mona Lisa) erhält man wiederum weitere nützliche Informationen. Beispielsweise, dass die Mona Lisa im Louvre hängt (seit 1797), in welchem Zeitraum sie gemalt wurde (1503-1517), welche Maße das Bild hat (77cm x 53cm) und aus welcher Epoche es stammt (Renaissance).
Klasse ist jedoch auch der kleine graue Kasten oben rechts, der diverse Sortiermöglichkeiten eröffnet: Beliebteste zuerst, Neueste zuerst, Älteste zuerst.
“Schauspieler Zweiohrküken”Mit der freundlichen Antwort “Hier ist die Besetzung von Zweiohrküken” zeigt Google sämtliche Schauspieler und Mitwirkende des Films an. Außerdem erfährt man die Namen der Hauptdarsteller im Film. Til Schweiger hieß Ludo Decker und Nora Tschirner´s Name im Film war Anna. Good to know
Im hektischen Berufsalltag kann es schnell passieren, dass man wichtige Dinge vergisst. Allerdings nicht, wenn man die hilfreiche Erinnerungsfunktion verwendet:
“erinnere mich in 5 Minuten daran Peter anzurufen”
“stelle den Wecker auf 7 Uhr morgens” oder: “wecke mich in 30min”
Man kennt das: Bis man eine Mail, eine SMS, eine Notiz an sich selbst geschrieben hat oder einen Eintrag im Kalender vorgenommen hat, (inkl. Korrektur von Tippfehlern) vergehen gern mal ein paar Minuten. Zudem hat man oft seine Hände gerade nicht frei, um vernünftig tippen zu können. Auch hier kann Google helfen, wenn man die notwendigen Befehle kennt:
“öffne spiegel.de” oder “öffne Twitter”wird entweder die gewünschte Webseite öffnen oder wenn sich die App (Bsp. Twitter) auf dem Smartphone befindet, die entsprechende App
“Notiz an mich: Geburtstagsgeschenk für Klaus besorgen” Entweder wird ein Mail an die eigene Mailadresse geschickt oder wenn sich Google Keep als App auf dem Smartphone befindet (kann ich empfehlen) kann die Erinnerung auch in Google Keep gespeichert werden
Für kurze Mails nutze ich fast nur noch die Sprachfunktion. Geht wesentlich schneller und klappt erstaunlich gut:
“Email an “NAME KONTAKT” schicken: Hallo NAME, ich komme 5 Minuten später”.
Richtig praktisch ist die Anruf-Funktion: “Rufe “NAME KONTAKT” an”. Selbst wenn sich eine bestimmte Nummer nicht im Telefonspeicher befindet, kann man so Anrufe tätigen. Beispiel: “rufe das Hotel Atlantik in Hamburg an”
Kalendertermin erstellen: Telefontermin mit Herrn Müller am Montag um 14Uhr
Sende SMS an Klaus Meier: Verspäte mich leider um 15 Minuten
Wer Google Play Music nutzt, kann per Sprachbefehl auch Musik abspielen lassen: “Spiele: Peter Fox, Alles neu” oder “Denkmal, Wir sind Helden abspielen”. Ansonsten kann man per Sprachsuche natürlich einfach nach Videos eines bestimmten Künstlers suchen u sich dann so die Musik anhören: “Zeige Videos von Bob Marley”
Brandneu ist in Deutschland die Möglichkeit nach den Kalorien bestimmter Lebensmittel zu fragen:
“wie viele Kalorien hat eine Avokado?”Google sagt einem nicht nur, dass die Avokado 160 Kalorien hat (auf 100 Gramm), man erhält durch den Klick auf den grauen Pfeil auch die kompletten Nährwertangaben und erhält somit weitere Informationen zum Fettgehalt, Cholesterin, zu den Kohlenhydraten und vieles mehr.
Für mich als Fußball-Fan hat Google noch ein paar tolle Suchmöglichkeiten parat und beantwortet beispielsweise folgende Fragen:
“wie hat der HSV gespielt?”
“gegen wen spielt der FC Bayern als nächstes?”
“Kapazität Allianz Arena”
“zeige mir die Tabelle der Bundesliga”Google zeigt die ersten 5 Plätze an – mit einem Klick auf den grauen Pfeil sieht man den Rest der Tabelle
“Borussia Dortmund”Über diese Suche erfährt der Fan nicht nur, wie das letze Spiel ausgegangen ist und gegen wen die Mannschaft als nächstes spielen muss.. Ein Klick auf den grauen Pfeil zeigt auch den kompletten Spielplan der aktuellen Saison inkl der Ergebnisse der bereits stattgefundenen Spiele.
Da das Beste bekanntlich oft zum Schluß kommt, hier noch der Hinweis auf die brandneue Möglichkeit Folgefragen zu stellen. Da wir gerade beim Fußball waren, ein Beispiel aus dieser Kategorie:
“wie alt ist Mario Götze?”
Folgefrage:
“”wie groß ist er?”Google versteht, dass sich das “er” auf die vorherige Frage, nämlich nach dem Alter von Mario Götze bezieht, und liefert die passende Antwort (1,76m). Wer möchte, kann dann sogar noch eine Nachfrage stellen:“wieviel verdient er?” (€7 Mio…gar nicht schlecht
Das funktioniert natürlich nicht nur mit Fußballspielern. Hier zwei andere Beispiele:
“wer war Michael Jackson?”
Folgefrage:
“wann ist er gestorben?”
oder
“wann wurde der Eiffelturm eröffnet?”
Folgefrage:
“wieviele Stockwerke hat er?”
Fazit: Mit der Google Sprachsuche kann man auch in Deutschland schon eine Menge anstellen und kommt darüber meist sehr viel schneller ans Ziel. Auch wenn es heute noch etwas ungewohnt ist, mit seinem Smartphone zu “sprechen” und zu interagieren: das ist die Zukunft. Und wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, kommt es einem schnell merkwürdig vor, wenn man erst umständlich etwas eintippen muss.
Zum Schluß noch etwas “Cat Content”: “Zeige mir Bilder von Katzen im Superman Kostüm”
So gut das Konzept in der Theorie ist, so unbefriedigend funktionierte die Sprachsuche mit Google Now bislang in unserem Sprachraum. Aktuell kehren nun wenigstens die in deutsch gesprochenen Antworten in größerer Anzahl auf die Smartphones zurück, nachdem in den vergangenen Wochen bei der Nutzung des Dienstes oftmals eisiges Schweigen herrschte. Und: Die Sprachsuchefunktioniert mit der neuesten Version des Chrome-Browsers nun auch auf Desktop-PCs und Laptops.
Endlich antwortet mein Smartphone wieder: Einigen Nutzern dürfte es schmerzlich aufgefallen sein, dass Google Now zuletzt wenig beredt schien und auf Anfragen lediglich stumme Ergebnisse im mobilen Browser lieferte — damit ist vorerst Schluss, seit ein paar Stunden gibt der kleine Bordcomputer wieder akustische Antworten auf die stets beliebten Fragen nach dem Alter der Kanzlerin, die immer noch 58 Jahre alt ist, oder der Hauptstadt unseres westlichen Nachbarn, die auch weiterhin Paris heißt.
Was genau hinter der neu gewonnenen Eloquenz des Suchassistenten steckt, bleibt unbekannt, wir vermuten dass Google im Hintergrund optimiert hat und die Ergebnisse dieser Arbeit nun in Wellen in den deutschen Sprachraum ausrollt.
Seit einigen Tagen funktioniert, nebenbei erwähnt, auch die Musiksuche in Google Now unter Android. Startet man eine Sprachsuche, während Musik läuft, muss man auf ein zusätzlich erscheinendes Noten-Symbol tappen. Danach erkennt Google erstaunlich zuverlässig den abgespielten Titel und bietet eine Möglichkeit zum Kauf per Google Play Store an.
Mit den neuen Möglichkeiten einher geht offensichtlich auch die Erkennung von Anfragen in gesprochener Form, die der Chrome-Browser für Desktop-PCs und Laptops mit Windows, MacOS und Linux in seiner Version 27 ermöglicht: Seit dem gestern Abend ausgerollten Update erscheint nun in der Google-Suchleiste das bekannte kleine Mikrofonsymbol, ein Klick darauf startet die Spracherkennung mit dem ebenfalls von Now gewohnten roten Aufnahmeicon.
Ergebnisse akustisch ansagen kann der Chrome-Browser zwar noch nicht, dafür funktionierte die Erkennung der zugerufenen Anfragen in unserem kleinen Testschon sehr zuverlässig — und in einem ersten Fazit lässt sich bereits festhalten, dass die Suche im Netz via Sprachkommandos am Desktop oder Laptop mindestens genauso praktisch ist, wie auf dem Smartphone oder Tablet.
Nebenbei wurde die Seitenladegeschwindigkeit des Google-Browsers auch noch um nicht zu verachtende 5 Prozent erhöht.