Immer wieder schreiben wir darüber, dass für Gerät X endlich Android-Version Y vorhanden ist. Allerdings bleibt dabei meistens ein wenig auf der Strecke, was genau denn eigentlich welches Update nun im Vergleich zum Vorgänger bringt. Damit ist jetzt aber Schluss, denn hier findet ihr nun eine komplette Übersicht der wichtigsten Funktionen aller Android Versionen.
Natürlich geht es bei einem Android-Update immer auch darum, die Vorgänger-Version zu verbessern. So werden stehts Sicherheitslücken geschlossen und das System stabilisiert. Zusätzlich bringt jede neue Android-Version aber auch neue, praktische Funktionen mit sich. Deshalb möchten wir euch hier auch zeigen, was genau mit welcher Android-Version möglich war und ist.
- Android 1.0: Wie alles anfing
- Android 1.1: Maps und Telefonie
- Android 1.5/Cupcake: Videoaufnahme und besseres Schreiben
- Android 1.6/Donut: VPN Netzwerke und Text-to-Speech
- Android 2.0.x – 2-1/Eclair: Kleine,aber feine Verbesserungen
- Android 2.2.x/Froyo: Hotspots, Tethering und Flash
- Android 2.3.x/Gingerbread: NFC, mehr Sensoren, eine neue UI
- Android 3.x.x/Honeycomb: Android jetzt auch für Tablets
- Android 4.0Ice Cream Sandwich: Alles sieht ganz anders aus
- Android 4.1.x/4.2.x/4.3.x/Jelly Bean: Die Liebe steckt im Detail
- Android 4.4/KitKat: Was kommt als nächstes?
Android 1.0: Wie alles anfing
Am 23.9.2008 war es soweit. Android 1.0 wurde offiziell vorgestellt. Zu den Kernfunktionen zählten:
- Einführung des Android Markets (heute Google Play)
- Gmail App mit Synchronisation der Gmail-Inhalte
- Google Contacts
- Google Calendar
- Google Maps mit Integration von Latitude und StreetView
- Google Search
- Google Sync
- Google Talk (heute Google Hangouts)
- Unterstützung von Instant Messaging, SMS und MMS
- Einführung der Benachrichtigungsleiste
- Mediaplayer mit umfangreichen Funktionen
- Sprach-Wahl
- Wallpaper können ausgewählt und eingestellt werden
- YouTube App
- Weitere Apps: Alarm, Taschenrechner, Telefon, Home Screen (Launcher), Bildergalerie, Einstellungen
- Unterstützung von WiFi und Bluetooth
- Android 1.1: Maps und Telefonie
Android 1.1: Maps und Telefonie
Nicht einmal ein halbes Jahr später, genauer gesagt am 9.2.2009, folgte bereits die nächste Android-Version. Diese war ursprünglich nur für das HTC Dream/T-Mobile G1 – das erste Android-Smartphone – gedacht. Neben der Beseitigung von ein paar Bugs gab es hier auch gleich ein paar neue Funktionen:
- Maps: Details und Erfahrungsberichte anderer Nutzer wurden bei der Suche nach Unternehmen/Geschäften angezeigt
- Anhänge aus MMS konnten nun gespeichert werden
- Das Telefonmenü wurde leicht überarbeitet
- Android 1.5/Cupcake: Videoaufnahme und besseres Schreiben
Android 1.5/Cupcake: Videoaufnahme und besseres Schreiben
Am 27.4.2009 wurde dann Android 1.5 vorgestellt. Am offensichtlichsten neu war hier das Dessert-Anhängsel im Namen, also Cupcake, das sich bis heute durchgesetzt hat. Aber natürlich gab es auch hier einige neue Funktionen.
- Unterstützung für den automatischen Wechsel zwischen Hoch- und Querformat (Portrait und Landscape)
- Unterstützung für Tastaturen von Drittanbietern, die mit Wortvorhersagen und individuellem Wörterbuch ausgestattet sind
- Kamera kann nun auch Videos aufnehmen
- Bluetooth: Auto-Pairing und Stereo-Unterstützung
- Copy-/Paste im Browser
- Profilbilder für die Favoriten aus der Kontaktliste
- Animierte Bildschirm-Übergänge
- Neue Boot-Animation
- Videos können nun zu YouTube hochgeladen werden, Fotos zu Picasa
- Unterstützung von Widgets
Android 1.6/Donut: VPN Netzwerke und Text-to-Speech
Ca. 4 ½ Monate später, am 15.9.2009, stellte Google dann Android 1.6/Donut vor.
- VPN (Virtual Private Networks) sind nun konfigurierbar
- Entwickler können ihre Inhalte in Suchergebnisse integrieren
- Verbesserte Suchfunktion: Diese funktioniert nun quellenübergreifend und ist selbstoptmierend
- Multilinguale Sprachsynthese-Engine, die es jeder Android App ermöglicht, zusammenhängenden Text zu sprechen
- Screenshots im Android Market können nun betrachtet werden
- Schneller Zugriff auf die Kamera, die Galerie sowie die Bilder- und Video-Aufnahme sind nun besser integriert, mehrere Fotos können ausgewählt und gelöscht werden
- Text-to-Speech Engine und Unterstützung der Gestensteuerung
- Zusätzliche Unterstützung von Displays mit WVGA-Auflösung (800 x 480 Pixel)
- Ansicht für den detaillierten Akku-Verbrauch einzelner Anwendungen
Android 2.0.x – 2-1/Eclair: Kleine,aber feine Verbesserungen
Ab dem 26. Oktober 2009 hielt dann Android 2.0 mit dem Namen Eclair Einzug in die Geräte. Zu den wichtigsten neuen Funktionen zählten hier:
- Unterstützung von Bluetooth 2.1
- Die Kamera bekommt verschiedene neue Funktionen. Dazu gehören Digitalzoom, Blitz, Szenen-Modi, Weißabgleich, Farbeffekte und ein Makro-Fokus
- Microsoft Exchange wird unterstützt
- In allen gespeicherten SMS und MMS kann nun gesucht werden
- Eingabegeschwindigkeit bei der Tastatureingabe wurde verbessert
- Google Maps Verbesserungen
- Optimierte Hardware-Geschwindigkeit und überarbeitete Benutzeroberfläche
- Mit einem Klick auf einen Kontakt kann nun ausgewählt werden, wie man diesen kontaktieren möchte (Anruf, SMS oder E-Mail)
- Live-Wallpaper
Android 2.01 kam am 3. Dezember 2009, Android 2.1 folgte am 12.1.2010, beide Updates brachten nur ein paart Bugfixes und Veränderung des Framework-Verhaltens.
Android 2.2.x/Froyo: Hotspots, Tethering und Flash
Große Veränderungen brachte dann das Frozen Yogurt – auch Android 2.2 Froyo genannte – Update, das am 20.5.2010 vorgestellt wurde: Neben der Optimierung der Leistung, der Geschwindigkeit und des Arbeisspeicherbedarfs, kamen folgende wichtige Funktionen hinzu:
- Die Browser-App erhält eine Integration der Chrome V8 JavaScript Engine
- Unterstützung des Android Cloud to Device Messaging, dies ermöglicht Push-Benachrichtigungen
- Verbesserter App Launcher
- USB Tethering und WiFi-Hotspot-Funktionalität
- Der mobile Datenverbrauch kann nun ausgeschaltet werden
- Android Market wurde überarbeitet und bietet nun die Möglichkeit automatischer Updates
- Arbeitsspeicher, der größer als 256 MB groß ist, wird nun unterstützt
- Wechsel zwischen verschiedenen Tastatursprachen und Wörterbüchern
- Sprachwahl und Teilen von Kontakten via Bluetooth
- Unterstützung von Bluetooth-fähigen Docks
- Unterstützung von numerischen und alphanumerischen Passwörtern
- Unterstützung hochauflösender Displays (bis 320 ppi)
- Neue Ansicht in der Bildergalerie
- Apps können nun auch auf der SD-Karte gespeichert werden.
Die folgenden Froyo-Versionen, (18.1. und 22.1., sowie 21.11.2011) lieferten Bugfixes und die Schließung von zwei wichtigen Sicherheitslücken.
Android 2.3.x/Gingerbread: NFC, mehr Sensoren, eine neue UI
Am 6.12.201 dann folgte Android 2.3./Gingerbread. Neben der optischen Überarbeitung der Benutzeroberfläche gab es auch hier wieder zahlreiche neue Funktionen.
- Unterstützung für große Bildschirme und Auflösungen (WXGA – also 1366 x 768 Pixel – und mehr)
- Unterstützung von: HTML 5, NFC, Google TV, WebM,
- Native Unterstützung von Gyroskopen und anderen Sensoren (Barometer, Schwerkraftsensor
- Verbesserte Integration von sozialen Netzwerken
- Unterstützung mehrerer Kameras in einem Gerät
- Neue Audio-Effekte (Reverb, Equalization, Bass Boost)
- Verbessertes Power-Management
- Verbesserungen im Bereich Audio, Grafik und Input für Spiele-Entwickler
- Die sogenannte parallele Garbage Collection (also eine automatische Speicherbereinigung) wurde eingeführt. Diese sorgt für ruckelfreie Animationen
Auch hier brachten die folgenden Updates, die im Zeitraum von Dezember 2010 bis Ende September 2011 nachgeliefert wurden, vor allem Bugfixes und Verbesserungen des Systems.
Android 3.x.x/Honeycomb: Android jetzt auch für Tablets
Am 23. Februar 2011 stellte Google mit Android 3.0 die neueste Version des eigenen mobilen Betriebssystems vor. Hier stand vor allem die optimierte Unterstützung von Tablets im Fokus:
- Neue Benutzeroberfläche
- Systemleiste mit schnellem Zugriff auf Benachrichtigungen, den Status und Soft-Buttons für die Navigation
- Action-Menü mit Zugriff auf kontextuelle Optionen
- Vereinfachtes Multitasking
- Überarbeite Oberfläche der Tastatur
- Browser: Multiple Tabs statt viele Fenster, Lesezeichen-Synchronisation, automatisches Ausfüllen von Formularen
- Google Talk mit Videochat-Funktion
- Unterstützung der Hardware-Beschleunigung
- Sämtliche Nutzerdaten können nun verschlüsselt werden
Am 10.5.2011 legte Google dann gleich Version 3.1 nach. Hier wurde ein USB-Host-Modus implementiert, außerdem gab es ein paar schicke Verbesserungen wie etwa die Möglichkeit, die Größe der Home Screen-Widgets anzupassen. Auch wurden nun Joysticks, Gamepads, externe Tastaturen und Zeigegeräte unterstützt, außerdem wurden sowohl die Benutzeroberfläche als auch der Browser überarbeitet.
Android 3.2, das am 15.7.2011 vorgestellt wurde, brachte dann weitere Verbesserungen:
- Erweiterte Unterstützung von Hardware (vor allem im Tablet-Bereich)
- Neuer Kompatibilitäsmodus zur besseren Darstellung von Apps
- Direkter Zugriff von Apps auf Multimedia-Inhalte, die auf der SD-Karte abgelegt sind (via Media sync from SD card)
- Neue Funktionen für Entwickler, um die eigenen Apps besser an unterschiedliche Bildschirmauflösungen anpassen zu können
Auch Android 3.2.x brachte in verschiedenen Updates (bis 3.2.6) verschieden Bugfixes und Verbesserungen bestehender Angebote
Android 4.0.x./Ice Cream Sandwich: Alles sieht ganz anders aus
Auch wenn sich vorher schon viel getan hat, war Android 4.0 wahrscheinlich der größte Schritt, den Google seit der Vorstellung des eigenen mobilen Betriebssystems gegangen ist. Vor allem ist hier das neue Design, das auf den Namen Holo UI hört. Vorgestellt wurde Android 4.0 am 19.10.2011:
- Soft Buttons, die mit Android 3.x wurden, werden nun auch für Telefone eingesetzt
- Widgets finden sich nun unter einem eigenen Tab
- Eigene Ordner können per Drag & Drop erstellt werden
- Der Launcher ist anpassbar
- Kalender ist mit Pinch-to-zoom ausgestattet
- Voicemail-Nachrichten können schneller oder langsamer abgespielt werden
- Screenshot-Funktion ist nun (endlich) integriert
- Bestimmte Apps können direkt vom Lock Screen aus geöffnet werden
- Face Unlock
- Für den Datenverbrauch können nun Obergrenzen eingeführt werden
- Apps, die im Hintergrund Daten verbrauchen, können manuell ausgeschaltet werden.
- Erweiterte Benachrichtigungen
- Datenaustausch per NFC und Android Beam
- Kamera mit zahlreichen neuen Funktionen wie Zero Shutter Lag, Time Lapse, Panorama, Zoom während der Aufnahme und mehr
- Integrierter Foto-Editor
- Neues Layout der Galerie
- Hardware-Beschleunigung für die Benutzeroberfläche
- WiFi Direct
- Unterstützung von 1080p-Veidoeaufnahmen
Auch hier lieferten die beiden Updates, die am 21.10. und am 28.11. 2011 nachgelegt wurden, vor allem Bugfixes.
Android 4.1.x/4.2.x/4.3.x/Jelly Bean: Die Liebe steckt im Detail
Seit dem 27.6.2012 hat es sich nun auch Jelly Bean auf vielen Android-Geräten gemütlich gemacht. Was das 4.1 Update mit sich gebracht hat, erfahrt ihr hier.
- Integration von Project Butter, um die Bedienung und Animationen noch „runder“ zu machen
- Überarbeitete und verbesserte Bildschirmtastatur
- Vertikale Synchronisation ermöglicht eine konstante Bildwiederholungsfrequenz
- Google Now wird integriert
- Startbildschirm kann einfach angepasst werden
- Bluetooth Datentransfer für Android Beam
- Verbesserte Sprachsuche
- Verbesserte Kamera App
- Google Wallet (für das Nexus 7)
- Hochauflösende Kontaktbilder in Google+
- Audio-Chaining bzw. unterbrechungsfreie Wiedergabe
- Andere Launcher erhalten die Möglichkeit, Widgets aus dem App Drawer hinzuzufügen, ohne dass dafür Root-Rechte benötigt werden
Danach folgten zwei Updates (4.1.1 und 4.1.2, die ein paar Bugfixes beinhalteten und kleinere Verbesserungen in der Bedienung hinzufügten). Am 13.11.2012 dann wurde Android 4.2 vorgestellt. Auch diese Version hört weiter auf den Namen Jelly Bean und bringt ein paar weitere Neuigkeiten:
- Für Tablets können nun verschiedenen Benutzerkonten eingerichtet werden
- Photo Sphere (für Kugelpanoramen)
- Verbesserungen des Lock Screens (Unterstützung für Widgets, Kamera kann direkt ausgewählt werden)
- Tastatur integriert Wortvorhersage (wie von Swype oder SwitKey bekannt)
- Miracast, um Inhalte eines Gerätes problemlos auf einem anderen Bildschirm anzeigen zu können (herstellerübergreifend)
- Eine interaktive Navigationsleiste
- Quick Settings werden nun in der Benachrichtigungsleiste angezeigt
- Alle Geräte nutzen nun (theoretisch) das gleiche Interface-Layout, unabhängig von der Größe des Displays
Auch hier folgten dann noch zwei Updates (4.2.1 und 4.2.2) die neben Bugfixes ebenfalls ein paar Verbesserungen in der Handhabung der Benutzeroberfläche implementierten.
Am 24. 7.2013 dann folgte Android 4.3, die derzeit aktuellste Version, die verfügbar ist. Zu den Kernfunktionen zählen:
- Benutzerkonten mit Einschränkungen (etwa für Kinder)
- OpenGL ES 3.0 Unterstützung
- Verbesserung der Geschwindigkeit der Benutzeroberfläche
- Unterstützung von Bluetooth 4.0 Low Energy
- Die Funktionen der Kamera App wurden überarbeitet: Panoramas und Photo Sphere funktionieren besser, der Lautstärke-Schalter kann zum Auslösen genutzt werden, die Oberfläche der App wurde überarbeitet,
- WLAN schaltet sich nun automatisch zur Positionsbestimmung ein (kann deaktiviert werden)
- Viele Sicherheitslücken wurden geschlossen, viel Bugs behoben
- Unterstützung von 4K-Auflösung
- Verbessertes Digital Rights Management (DRM)
Android 4.4/KitKat
Natürlich sind wir damit aber noch nicht am Ende angelangt, denn die nächste Version mit der Nummer 4.4 und dem Namen KitKat steht bereits in den Startlöchern. Was genau diese Version dann bringen wird, bleibt noch abzuwarten. Wenn man sich aber die Historie der vergangenen Versionen anschaut, kann eigentlich davon ausgegangen werden, dass sich auch in der Zukunft noch einiges tun wird.
via giga.de
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